Zwischen Begeisterung und Frust

Was begeistert mich am Lebensmitteleinzelhandel?

Hohe Umschlagshäufigkeit, „Skandale“ und Trends erfordern schnelle Reaktionen. Das Bestellwesen muss trotz aller Module angepasst werden an verschiedensten Faktoren, die intelligente computergestützte Warenwirtschaftssysteme nicht alle berücksichtigen können. „Dioxin“-Skandal, „Käse-Schummel“-Skandal oder der Trend nach „Zusatzstofffreien“ und „natürlichen“ und „Well-Food“ Produkten erfordern Maßnahmen. Differenzen und Abweichungen bedürfen einer Ursachenanalyse und Problemlösung. Das macht den Lebensmitteleinzelhandel schnelllebig.

Innerhalb des Marktes passiert viel mehr als der Kunde sieht. Zum Schluss erfreut der unmittelbare Kontakt mit dem Kunden über alle Bereiche; umso schöner, wenn der Kunde zufrieden sich für seine Beratung bedankt und gerne wiederkommt.

Wirtschaftskrise hin oder her… auf Lebensmittel verzichtet der Mensch nicht. Trotz aller Krisen bleibt der Lebensmitteleinzelhandel stabil.

Die Abwechslung zwischen Schnelllebigkeit und Stabilität und der zielgerichtete Prozess zur Optimierung, die Logistik und das weite Spektrum des Lebensmitteleinzelhandels machen diesen spannend.

Was ärgert mich am Lebensmitteleinzelhandel?

„Sonderangebote“ sind in einem gewissem Maß in Ordnung. In Deutschland ist aber die Sonderangebotspolitik nicht mehr als Ausnahme anzusehen, wie in vielen anderen europäischen Ländern, sondern als selbstverständlich angesehen.

Auf der einen Seite sind Konsumenten bereit für qualitative Lebensmittel angemessen zu bezahlen und auf der anderen Seite herscht in Deutschland eine sehr stark ausgeprägte „Geiz-ist-Geil“-Mentalität. Produkte müssen qualitativ hochwertig und zugleich günstig sein. Was dabei rumkommt, sieht man an Skandalen. Verbraucher werden durch ungeschützte Begrifflichkeiten durch Hersteller hinter das Licht geführt und bewusst getäuscht, um der Nachfrage der Konsumenten zum richtigem Preis standzuhalten.

Das Personal muss flexibel sein und die Personalkostenquote darf im Vollsortimentsbereich 13% nicht übersteigen. Das liegt schlicht und einfach daran, dass die Handelsspanne zu gering ist und am Ende noch ein Gewinn über bleiben muss. Oberziel der Unternehmung ist nun mal Gewinnmaximerung. Das erfordert den Einsatz von vielen 400€-Minijobbern und Teilzeitkräften. Leider identifizieren sich vor allem diese nicht mit dem Unternehmen. Diese wollen gar nicht „Teil des Ganzen“ sein, sondern nur mehr oder weniger ihre Arbeit erledigen und das Geld bekommen. Das sind und werden keine Leistungsträger sein. „Nebenziele“ wie Kundenzufriedenheit bleiben somit auf der Strecke. Kann bei der Devise „Hauptsache mit möglichst wenig Aufwand die Arbeit überstehen und Geld dafür bekommen“ etwas betriebswirtschaftlich positives rauskommen? Bei einer solchen Personalplanung wird zu kurzfristig gedacht. Das Oberziel „Gewinnmaximierung“ ist die Basis der Unternehmung und steht selbstverständlich im Mittelpunkt. Langfristig kann es aber sinnvoll sein entsprechende Personalkosten in Kauf zu nehmen und über Nebenziele wie z.B. „Kundenzufriedenheit erhöhen“, „Erlebniswelten schaffen“ Umsatzpotenziale auszuschöpfen. Es besteht ein starker Zusammenhang zwischen Mitarbeiterzufriedenheit, Kundenzufriedenheit und Umsatzwachstum.

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