Fehlartikel im Gebindebereich

Tägliche Bestandslückenkontrollen ergaben vor allem fehlende Bestände im Getränke-Einweg-Bereich, noch genauer bei Artikeln mit 6er Trägern.

Was ist die Ursache?

„Werden die Abverkäufe von 6er-Trägern an der Kasse nicht richtig auf den Einzelbestand übertragen?“, dachten wir erst. Kurzer Test ergab, dass das nicht der Fehler war. „Werden Wareneingänge als ‚geliefert‘ gekennzeichnet, obwohl diese gefehlt haben?“. Das könnte auch die Bestandslücken erklären. Das ist zumindest nicht die Hauptursache, denn die Bestandsdifferenzen waren weitaus größer.

Die letzte plausible Erklärung wurde sodann auch bestätigt. Der Kassierer hat beim Scanvorgang nur die Einzelflasche, statt dem 6er-Träger erfasst. Dabei hat er nicht auf das Display geschaut und seinen Fehler nicht durch das Zubuchen von 5 weiteren Einzelflaschen korrigiert. Im Einweg-Gebindebereich hat die Einzelflasche den gleichen Grundpreis wie das Sixpack, sodass dies keinen Unterschied gemacht hätte.

Dieser Fehler tritt verstärkt auch bei 6er-Trägern mit „durchsichtigen“ Trägern auf, so dass die Einzelflasche „scannbar“ ist. Weiterhin tritt der Fehler auch bei Artikeln auf, bei denen der 6er-Strichcode am Tragegriff angebracht ist. Auch hier wird verstärkt nur die Einzelflasche abgehalten. Bei 6er-Trägern mit undurchsichtlichen farbigen Trägern treten deutlich weniger Fehlbestände auf. Meistens sind die Einzelflaschen bei dieser Verpackungsart sogar gedreht, sodass es gar nicht ohne Weiteres möglich ist, dass diese erfasst werden kann.

Was kann man machen?

  1. Schulen Sie Ihre Mitarbeiter und weisen Sie diese auf die Fehlartikel und die Bedeutung für das Unternehmen hin. Jeder fehlende 6er-Träger sind im Durchschnitt 3€ Verlust für das Unternehmen. Das sind bei 5x am Tag 15€ und im Jahr über 4000€ nur im Getränke-Einweg-Bereich, die einfach so „verschwinden“. Diese Variante ist nur sinnvoll für Mitarbeiter, denen der Fehler nicht bewusst war und die sich mit dem Unternehmen und ihrem Arbeitsplatz identifzieren. Gerade diesen Mitarbeitern wird der Fehler aber eher weniger unbewusst passieren.
  2. Für die 6er-Gebinde ist neben der EAN (Europäische Artikel Nummer) und der NAN (Nationale Artikel Nummer) eine weitere PLU im ZAM angelegt. Diese ist 5stellig. Fertigen Sie eine alphabetische Auflistung der 6er-Träger mit der jeweiligen PLU an. Unterweisen Sie die Kassierer nur die PLU für die 6er-Träger zu nutzen. Das wird erstmal zeitaufwendiger sein. Das kann aber je nach Kassierer sinnvoller sein als die erste Variante, da es nun mal Mitarbeiter gibt, die sich für die negativen Auswirkungen des Unternehmens nicht interessieren und es auch nicht verstehen (wollen). Im ZAM können Sie über die „Abverkäufe“ beobachten, ob die PLU genutzt wird. Diese Methode eignet sich vor allem bei sehr starken Fehlbeständen.
  3. Kontrollieren sie anfällige Fehlartikel. Gibt es alternative Produkte mit anderem Trägerlayout, die dem Scanning der Einzelflasche vorbeugen

Kontrollieren Sie weiterhin, ob Großgebinde komplett erfasst werden. Dazu zählen H-Milch-Trays und Kistenware. Der Kunde legt meistens eine Flasche/Packung bereit und hat den Tray/Kiste auf der Ablagefläche. Wenn Kassierer nicht in den Spiegel schauen, wandern 5-15€ ohne Erfassung an der Kasse vorbei. Die meisten Kunden weisen den Kassierer auf die Kiste/Tray hin, aber nun mal nicht alle.

Wenn alles nichts bringt?

Der Kassierer hat die Aufgabe alle Waren ordnungsgemäß zu kassieren. Durch unkonzentriertes Arbeiten passieren Waren die Kasse, die eigentlich gescannt werden müssen. Das ist einmaligem passieren nicht fahrlässig. Hat der Kassierer allerdings eine Pflichtverletzung zu vertreten und handelt fahrlässig, in dem er immer wiederholend ganze Gebinde (6, 10 und mehr) als Einzelgebinde erfasst und dies nicht bemerkt muss man handeln. Das kann z.B. eine Abmahnung sein.

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