Archive for Mai, 2011

Mai 19, 2011

Moralisch verkaufen

Umsatz um jeden Preis? Das muss jeder selbst entscheiden. Gesetze und Jugendschutz – da ist die Grenze erreicht, bei dem nicht mehr auf den Umsatz Wert gelegt werden sollte.

Während ich heute durch die Getränkeabteilung gegangen bin, hab ich eine Gruppe Jugendlicher mit zwei Sprituosen gesehen. Diese waren sich am unterhalten „2 Flaschen 13€, haben wir genug?“ Die Gruppe sah jung aus und >18 Jährige machen sich da weniger Gedanken um das Geld. Das ist beim Kauf ausreichend vorhanden. Das hat mich aufmerksam gemacht und Donnerstags um 15 Uhr ist auch nicht die typische Zeit für den Spirituosenkauf.

Ich hab der Hauptkassierin gesagt, dass jeder von der Gruppe den Ausweis vorzuzeigen hat. Dann wurde wegen einer kurzen Warteschlange eine zweite Kasse geöffnet, zu denen auch die Gruppe gegangen ist. Ich hab mich hinter die Kasse gestellt. Auf der Kasse lagen 5 hochprozentige Spirituosenflaschen (keine 2 mehr!), ein Sixpack und zwei ja!-Säfte zum Mischen des u.a. Wodkas.

Dabei ist folgender Dialog entstanden:

Kassierer „Darf ich den Ausweis sehen?“

Der Ausweis lag schon bereit und wurde von einem gezeigt.

Ich „Ich möchte den Ausweis von allen sehen.“

Einer aus der Gruppe „Wieso das? Der ist doch 18.“

ein Zweiter „Wir haben damit nichts zu tun. Das ist nicht für uns.“

Ich „Der Alkohol ist für euch alle zweckbestimmt. Deshalb möchte ich euren Ausweis sehen.“

ein Dritter „FUCK Alta! Dann nehmen wir gar nichts.“

… und weg war die Gruppe und hat ihren geplanten Einkauf dort liegen lassen. Nachträglich hab ich durch Zufall erfahren, dass eine in der Gruppe 14 Jahre war.

Man kann es auch wirklich übertreiben – 5 Spirituosen-Flaschen und ein Sixpack sind einfach zu viel, auch für Erwachsene. Das wäre verantwortungslos diesen Kauf durchgehen zu lassen.

Mai 9, 2011

Wenn die Kapazitäten höhere Arbeitszeiten erfordern…

Arbeitslosigkeit? Wir haben Arbeitsplätze und Kapazitäten, die auch den eigenen Arbeitnehmern angeboten werden. Der Einzelhandel „lebt“ von seinen Kunden und seinem Personal. Ohne Kunden, kein Personal. Ohne gutes Personal, wenig Kunden. Bei den vorhandenen Arbeitnehmern weiß man, was man hat. Man „kennt“ diese über einen bestimmten Zeitraum schon und kann sich nicht so schwer verschätzen wie bei völlig neuen Mitarbeitern. Das sind auch nicht unerheblich zusätzlich Einarbeitungskosten, die bei neuen Mitarbeitern entstehen. Größere Flexibilität (viele Mitarbeiter, geringe durchschnittliche Arbeitszeit/Woche) erfordern auch zusätzliche Organisationskosten.

Aber was ist, wenn die Mitarbeiter gar nicht mehr arbeiten möchten? Auf der einen Seite ist der Mangel an „Einkommen“ und auf der anderen Seite reicht dem Mitarbeiter das. Er kommt damit aus. Er möchte vielleicht mehr Einkommen? Aber nicht mehr dafür arbeiten.

Wir haben Mitarbeiter, die nicht mehr als 25 Stunden/Woche arbeiten möchten. Diese hätten die Möglichkeit ihre Wochenarbeitszeit vertraglich auf 30 Stunden hochzusetzen. Allerdings ist denen das zu viel „Stress“? Die möchten ihre Freizeit. Das ist deren Lebensstil. Das ist auch in Ordnung so. Jeder Mensch hat seine eigene Nutzenfunktion, die er maximieren möchte. Bei dem einem ist es „Viel arbeiten und viel konsumieren“, bei dem sein Nutzen maximal wird und beim anderem Mitarbeiter ist es „minimalistisch arbeiten und das Leben ‚anders‘ genießen“. Das hat auch Vorteile für den Arbeitgeber. Der ist von dem einzelnem Mitarbeiter nicht so sehr abhängig und flexibel. Scheidet der Mitarbeiter aus (die Fluktuation im Einzelhandel ist ja nicht gerade gering), kann der Mitarbeiter besser und flexibler ersetzt werden. Allerdings ist bei solchen Mitarbeitern die Identifikation mit dem Unternehmen und die Loyalität in Frage zu stellen. In diesem Zusammenhang dann weiterhin seine Zufriedenheit, ob er gerne bei Arbeit ist und wie sich sein Arbeiten auf die Kundenzufriedenheit auswirkt.

Dann gibt es auch Mitarbeiter, die gerne mehr arbeiten. Gerne? Ja, die arbeiten gerne mehr, verdienen praktischerweise entsprechend natürlich mehr. Diese Mitarbeiter identizifieren sich mit dem Unternehmen, sind motiviert, leistungswillig und fähig zu lernen. Das zeigt sich bei ihrer Zufriedenheit und auch der Kunden.