Moralisch verkaufen

Umsatz um jeden Preis? Das muss jeder selbst entscheiden. Gesetze und Jugendschutz – da ist die Grenze erreicht, bei dem nicht mehr auf den Umsatz Wert gelegt werden sollte.

Während ich heute durch die Getränkeabteilung gegangen bin, hab ich eine Gruppe Jugendlicher mit zwei Sprituosen gesehen. Diese waren sich am unterhalten „2 Flaschen 13€, haben wir genug?“ Die Gruppe sah jung aus und >18 Jährige machen sich da weniger Gedanken um das Geld. Das ist beim Kauf ausreichend vorhanden. Das hat mich aufmerksam gemacht und Donnerstags um 15 Uhr ist auch nicht die typische Zeit für den Spirituosenkauf.

Ich hab der Hauptkassierin gesagt, dass jeder von der Gruppe den Ausweis vorzuzeigen hat. Dann wurde wegen einer kurzen Warteschlange eine zweite Kasse geöffnet, zu denen auch die Gruppe gegangen ist. Ich hab mich hinter die Kasse gestellt. Auf der Kasse lagen 5 hochprozentige Spirituosenflaschen (keine 2 mehr!), ein Sixpack und zwei ja!-Säfte zum Mischen des u.a. Wodkas.

Dabei ist folgender Dialog entstanden:

Kassierer „Darf ich den Ausweis sehen?“

Der Ausweis lag schon bereit und wurde von einem gezeigt.

Ich „Ich möchte den Ausweis von allen sehen.“

Einer aus der Gruppe „Wieso das? Der ist doch 18.“

ein Zweiter „Wir haben damit nichts zu tun. Das ist nicht für uns.“

Ich „Der Alkohol ist für euch alle zweckbestimmt. Deshalb möchte ich euren Ausweis sehen.“

ein Dritter „FUCK Alta! Dann nehmen wir gar nichts.“

… und weg war die Gruppe und hat ihren geplanten Einkauf dort liegen lassen. Nachträglich hab ich durch Zufall erfahren, dass eine in der Gruppe 14 Jahre war.

Man kann es auch wirklich übertreiben – 5 Spirituosen-Flaschen und ein Sixpack sind einfach zu viel, auch für Erwachsene. Das wäre verantwortungslos diesen Kauf durchgehen zu lassen.

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4 Kommentare to “Moralisch verkaufen”

  1. Ist auch richtig so!
    Ständig sehe ich durchmischte Gruppen, von denen entweder der älteste Freund gerade 18 geworden ist oder die sogar ihr älteres Geschwisterlein mitgeschleppt haben. Dass eine Person nicht alles trinken kann ist dann klar, wenn Alkohol in ähnlicher Menge wie in der Erfahrung beschrieben auf dem Laufband liegt. Das ist dann sogar für alle zuviel.
    So eine Ausweiskontroller aller Beteiligten in Relation zur Kaufmenge sollte auch gesetzlich vorgeschrieben werden.

  2. Tja in diesem Fall, wo sich auch noch rausstellte dass da jemand 14jähriger dabei war, hast du wohl echt das beste getan was man tun hätte können….

  3. Finde ich gut und richtig so. Habe meine Kassenkräfte ebenso geschult, bei Gruppen mit auffällig viel Alkohol von jeder Person den Ausweis zu verlangen. Lustig ist ja, dass dann häufig die einzige >18-jährige Person glaubt, dass er die Ware bekommen würde, wenn er sich nun ein zweites Mal und zwar alleine anstellen würde. Habe diese Diskussion schon so häufig geführt… erschreckend finde ich, wie schnell manche Jugendliche dann aber aggressiv werden und die Kassierer beleidigen.

  4. Ich kann zwar irgendwo die Jugendlichen verstehen, allerdings sind Beleidigungen fehl am Platz. Jeder versucht seine Arbeit bestmöglich und ordnungsgemäß zu machen. Die Jugendliche kommen zwar irgendwie an den Alkohol, aber man muss das nicht unterstützen. Das spricht sich auch schnell rum, der Schul-Flur-Funk („Da bekommst eh kein Alkohol… probier es lieber da.“) ist da sehr aktiv. Das merke ich auch bei den Seminaren mit den Auszubildenden.

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