Archive for Oktober, 2011

Oktober 30, 2011

Wissenswertes Teil I

Mal paar interessante Sachverhalte. Links die Frage, rechts die Antwort.

Was bedeutet „Probiotika“? „für das Leben“
Wieso sollten Probiotika nach einer Behandlung mit Antibiotika eingenommen werden? Es wird die Dauer und Heftigkeit von Durchfällen verhindert, die etwa bei 10% der Patienten auftritt. Die Darmflora wird bei der Behandlung mit Antibiotika in Mitleidenschaft gezogen und Probiotika unterstützten beim Wiederaufbau der Darmflora.
Was sind „Synbiotika“? Es handelt sich um probiotische (Wirkung direkt) oder prebiotische Stoffe (Wirkung indirekt).
Tut es ein normaler Joghurt auch oder muss er probiotisch sein? Der normale Joghurt enthält auch Lactobazillen, die allerdings den Weg zum Darm nicht so gut überstehen. Das macht aber keinen so großen Unterschied.
Woraus entstehen die Bakterien für die gebräuchlichen Probiotika? Die Vorstellung ist nicht geschmacklich. Es sind menschliche Fäkalien, die unter Laborbedingungen weitergezüchtet werden. Allerdings hat das Endergebnis nichts mehr mit dem Ursprung zu tun.
Wieso werden viele Lebensmittel mit Jod angereichert? Studien ergaben, dass die Bevölkerung zu wenig Jod zu sich nimmt. Allerdings sollten Menschen mit Schilddrüsenüberfunktion jodhaltige Lebensmittel vermeiden. Jodzusatz wird unter „Jodsalz“ deklariert. Wird aber ein Zusatzstoff, der Jod beinhaltet, verwendet, ist dies ncht ersichtlich. Das ist z.B. bei E 127 der Fall.
Wieso ist bei „Fluor“ Vorsicht geboten? Fluor schützt vor Karies und soll die Zahngesundheit verbessern. Fluor ist nicht lebensnotwendig. Der Grenzwert von Fluor ist schnell überschritten und Übermengen machen sich durch weiße Flecken auf den Zähnen bemerkbar.
Unter welchen Kürzeln finden sich Vitamine als E-Nummern? E101: Vitamin B12,  E160 a: Beta-Caroti, E300, 301, 302, 316: Vitamin C, E 306 – 309: Vitamin E
Wie ist es möglich, dass beim Multivitaminsaft fettlösliche Vitamine in Wasser gelöst sind? Bei Beta-Carotin wird z.B. deren Carotinkristalle verkleinert und mit Gelantine verkapselt. Diese verteilen sich dann in Wasser und sorgen für die knallorange Färbung.
Wie kommt es dazu, dass mehr Vitamingehalt in Säften ist als angegeben? Vitamine bauen sich mit der Zeit ab. Da zum Ende des MHD aber immer noch soviel mindestens drin sein müssen, sind mehr Vitamine im Saft drinne.
Was für einen Vorteil haben Bio-Säfte? Öko-Säften dürfen keine synthetischen Vitamine und sonstigen künstlichen Zusätzte enthalten.
Wie kommt es dazu, dass viele Lebensmittel (wie z.B. Salami) Vitamin C enthalten? Vitamin C dient zum Schutz vor Verderb. Ascorbinsäure findet sich dann in der Zutatenliste.
Wie kommt es dazu, dass sekundäre Pflanzenstoffe, wie Polyphenola, ätherische Öle und Salicylate aus dem Obst und Gemüse verschwunden sind? Diese Stoffe werden genutzt zur Abwehr von Schädlichen. Bei Behandlung mit Kunstdünger oder Pestiziden ist die Pflanze nicht mehr auf die Stoffe angewiesen und deshalb werden diese nur im geringem Umfang gebildet.</-></->Bei Bio sind Kunstdünger und Pestizide verboten, so dass sich Sekundärstoffe bilden.
Sind alle Vitamine wärmeempfindlich? Nicht alle, einige werden zwar zerstört, andere aber erst dann verwertbar gemacht, z.B. Beta-Carotin, Vitamin E bei Brokolli. Bei Paprika wird das Gehalt an Vitamin E durch das Kochen nicht höher, aber auch nicht niedriger.
Wozu führt Extradosen von Bera-Carotin bei Rauchern? Bei Rauchern wird dadurch gesteigertes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Lungenkrebs gefördert. Deshalb Achtung!
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Oktober 30, 2011

Wassermelone für 12 €?

Letzte Woche Samstag kam ein Kunde mit Begleitung zu mir. Er schaute mich etwas verwundert und erbost an. 

Kunde „Ich war eben bei ihrem Kollegen, dem real-.“

„Von Kollegen würde ich nicht unbedingt sprechen..“ 😀

Kunde „Da haben wir eine Wassermelone kaufen wollen. Die hat tatsächlich 12 € kosten sollen. Ist das normal?“

„Je nach Größe ist das schon möglich. Wir führen zwar im Moment keine Wassermelonen, aber die Preise liegen außerhalb des Sommers zwischen 1,49 und 1,79 €/kg. Ist aber auch relativ viel, wenn man bedenkt, dass die Wassermelone zu 90% aus Wasser besteht. Die hat aber auch einen weiten Weg aus der Türkei und Spanien hinter sich gehabt.“

Die Blicke waren eindeutig – noch mehr Verwunderung. Die Kunden haben glaub ich eine andere Antwort von mir erwartet.

Kunde „Wir dachten, die Ware kostet pro Stück soviel.“

„Leider nicht. Die Wassermelone wird schon mal aktioniert zu Stückpreisen im Sommer angeboten. Allerdings besteht das Problem, dass Wassermelonen sich erheblich im Gewicht mal unterscheiden. Im Sommer wird die Wassermelone zwischen 0,39€/kg und 0,79€/kg angeboten. Da kostet so eine große Melone selten mehr als 3 €.“

Letztendlich hab ich dem Kunden als Alternative die Honig- und Galiamelone für 1,99€/Stück vorgeschlagen. Diese wiegt auch etwa 1kg und unterscheidet sich dementsprechend zwar nicht vom Grundpreis von unserer Konkurrenz (oder Kollegen 🙂 ), aber die Portion reicht für 2 Personen völlig aus.

Der Kunde war zufrieden und hat sich gefreut zu wissen, was da los war. Erstaunt war er trotzdem noch von den 12 € für so eine Melone. Na, so kann die Samstag Spätschicht gerne enden, wenn man noch wem helfen konnte. 🙂

Vor allem… wer braucht schon zu dieser Zeit in einem Zwei-Personen-Haushalt eine 6kg schwere Wassermelone? Deshalb bieten wir unsere Kunden geviertelte Wassermelonen an. Das hat erhebliche Vorteile für uns (Qualitätskontrolle von innen) und für den Kunden (Geschmackstest, Single-Haushalte, Schneiden nicht notwendig). Kunden kaufen ungern die „Katze im Sack“ – wer weiß schon, was in der Wassermelone drin steckt?

Oktober 24, 2011

Grips & Co – der Nachwuchswettbewerb im deutschem Lebensmittelhandel! (2011)

Grips & Co ist der Nachwuchswettbewerb im deutschem Handel. Der Wettbewerb wird jährlich von der Rundschau für den Lebensmittelhandel durchgeführt und jährlich nehmen 20.000 junge Menschen daran teil. Der Gewinner wird mit dem Titel „Deutschlands Beste Nachwuchskraft im Lebensmittelhandel“ ausgezeichnet. Dieses Jahr fand der Wettbewerb wieder auf der ANUGA – der größten und wichtigsten Lebensmittelmesse weltweit – statt. Ich durfte selber teilnehmen. Danke liebes Grips & Co-Team!

Wie kommt man überhaupt dort hin?

Sehr gute Kenntnisse in Warenkunde, Verkaufswissen und betriebswirtschaftliche Zusammenhänge sind als Teilnehmer für den Wettbewerb obligatorisch. Starke Nerven und ein selbstsicheres Auftreten sollten bei einem Publikum von fast 2.000 Personen dann idealerweise kein Problem darstellen.

Bewerbung

Es besteht keine Möglichkeit sich unmittelbar selber für den Wettbewerb zu bewerben.

1) Man kann an den Grips&Co-Qualifikationsrunden teilnehmen. Dafür liegen Wissenstest im Februar, März und April der Zeitschrift „Rundschau für den Lebensmittelhandel“ bei. Dadurch hat man Chance sich für die schriftliche Runde zu qualifizieren.

oder 2) Weiterhin besteht die Möglichkeit über einen unternehmensinternen Wettbewerb (Rewe, Edeka, Kaufland, Lidl, …) zur TOP 50 zugelassen zu werden. Allerdings können die großen Unternehmen nur 2 – 3 Teilnehmer je Unternehmen in den Wettbewerb als „Elitekandidat“ schicken.

oder 3) Deshalb sollte man in Erwägung ziehen, wenn der Chef selbstständig ist, sich über seinen Partnerkaufmann anmelden zu lassen. Dazu braucht man allerdings ein Anmeldeformular. Das wird an die zuständige Ausbildungsleiter versandt.

Schriftliche Vorrunde

In der schriftlichen Vorrunde hat man einige Wochen Zeit eine Aufgabe, die relativ knapp und offen gehalten ist, zu beantworten. Nun gehört etwas Glück dazu, dass man zu den TOP 50 zu gelassen wurde.

Halbfinale

JUHU! Ich bin dabei! Am 08. Oktober ging es los. In der Nähe von Köln traf sich die TOP 50 (bzw. es waren dann TOP 52) und wir wurden gemeinsam zu unserer Unterkunft gefahren. Es war ein gutes Klima und gute Stimmung. Nach einigen gemeinsamen Bierchen ging es erstmal zu Bett.

Am nächsten Tag wurden wir zur RIS (Rewe-Informations-Systeme) nach Porz gefahren. Dort wurde nach 30 Fragen stufenweise die TOP 15 ermittelt. Die TOP 15 musste sich dann jeweils vorstellen und Stellung zu einer Frage nehmen… und da musste man starke Nerven zeigen, um am nächsten Tag am Finale dabei zu sein. Die TOP 9 konnte ermittelt werden. Die Top 10 musste dann in einem Stechen ermittelt werden mit einer Schätzfrage… gar nicht so einfach. Das soll bisher noch nie vorgekommen sein? Zum ersten Mal gab es einen 11. Platz. Herzlichen Glückwunsch Katharina Kempka!

Danach sind wir gemeinsam zur ANUGA gefahren… hier nochmal die TOP 52 ohne Selina Hülsemann. Die hat in diesem Fall das Bild gemacht.

Grips & Co TOP 5 2011

Finale

Am 10. Oktober war es soweit – das Finale. Der Raum hat sich mit 1.500 Menschen gefühlt. So langsam stieg meine Nervosität auch. Als wir (TOP 10) dann rein gerufen wurde, war das ein unglaubliches Gefühl. Das Publikum hat so eine super Stimmung gemacht und Stefan Gödde hat seine Sache als Moderator echt super gemacht! Er hat uns auf der Bühne auch fleißig Wasser nach geschenkt – wir hatten ziemlichen Durst auf der Bühne.

Dann ging es los mit der Testfrage, um zu testen, ob alle Geräte funktionieren. „Was ist eine Fleischtomate?“, a) „eine sehr große Tomate“ b) … c) … wie auch immer, wir haben alle d) „eine Tomate, die in der Metzgerei verwendet wird“ gewählt und da hat der  Moderator erstmal geguckt. Hat ja schon mal gut funktioniert 🙂 Nach 30 Fragen mussten 5 Leute ausscheiden. Dazu gehörte ich auch. Den 6. Platz hab ich mit zwei anderen belegt. Darüber freue ich mich sehr!

Ich hab natürlich weiter die TOP 5 angefeuert! Nach einem Spiel, in dem die Kandidaten einen Einkaufswert von 25 € erreichen sollten, standen die zwei Finalisten fest.

Nach weiteren 10 offenen Fragen stand der Sieger fest.. pardon, Siegerin! 3 waren wir von der REWE in den TOP 10, einer musste es ja richten! Sara Evangelia Kontogiorgas. Herzlichen Glückwunsch!

Platzierung

1. Sara Evangelia Kontogiorgas (Rewe)
2. Sean Müller (Tengelmann)
3. Thorben Heinßen (Combi-Verbrauchermarkt)
4. Daniel Dimt (Kaufland)
5. Arne Schäfer (Tegut)
6. Rahii Katyal (Rewe)
6. Julia Kruse (Lidl)
6. Tobias Pesch (Hit)
7. David Christian Schmidt (Rewe)
8. Sabine Walter (real)

Weitere Bilder vom Finale findet ihr hier.

Video auf Lifestyler.tv

Artikel auf Rewe.de

Fazit

Es geht nicht um Preisgelder, es geht viel mehr um Ruhm, Ehre und vor allem Spaß! Geht es sportlich an, Glück gehört auch dazu. Es ist ein einzigartiges Erlebnis. Man lernt viele neue und interessante Menschen kennen. Ich bin froh, dass ich dabei war! Ich kann nur jedem empfehlen, die Chance zu nutzen und nächstes Jahr am Wettbewerb teilzunehmen.

Schlagwörter:
Oktober 20, 2011

Zeitmanagement im Supermarkt

14:30, offiziell Feierabend. Doch müssen Sie noch so viele Aufgaben auf der Arbeit zu erledigen, die Sie unbedingt machen müssen. Irgendwann gegen 15:30 lässt die Motivation nach. 16:00 machen Sie dann Feierabend. Das ist weder für das Unternehmen, noch für Sie auf Dauer gut.

Vor einem Jahr sah die Situation tatsächlich noch so aus, dass ich mit der zur Verfügung stehenden Zeit nicht zurecht kam. Das lag aber einzig und allein an mir. Im Einzelhandel muss alles immer „schnell, schnell“ gehen, da stürzt man sich an die Arbeit. Ist manchmal auch nicht verkehrt, aber auf Dauer ist das Resultat oben zu lesen. Ich habe unwichtige und nicht dringliche Aufgaben mit hoher Genauigkeit gemacht und hatte dann zu wenig Zeit für die wichtigen dringlichen Aufgaben.

Wenn man nicht gerade als Marktleiter angestellt ist oder diesen stell vertritt, muss man sich zwangsläufig sein eigenes Zeitmanagement dem seines Vorgesetzten anpassen. Ich gehe vereinfacht davon aus, dass der Marktleiter fähig ist sich seine eigene Zeit und die Zeit seiner Mitarbeiter einzuteilen. Ihr Vorgesetzter wird Aufgaben an Sie delegieren. Sie werden selber auch wissen, was zu tun ist und eigene Aufgaben für sich haben. Sie dürfen aber auf keinen Fall die Aufgaben ihres Vorgesetzten mit 100% Wichtigkeit und 100% Dringlichkeit einstufen. Im Idealfall teilt ihr Vorgesetzter den entsprechenden Arbeitsumfang und -frist mit, was im LEH selten der Fall ist. Deshalb fragen Sie nach, um ein Gefühl dafür langfristig zu bekommen. Kommunikation und Rückfragen verhindern, dass die Soll-Ist-Abweichung der Aufgabe zu groß ist.

Was sollten Sie nun wann machen?

Das hängt entscheidend von ihrer Position ab.

Haben Sie im Markt die Führungsverantwortung, ist das Eisenhower-Prinzip geeignet. Weitere Informationen dazu finden Sie hier: http://cobetras.info/eisenhower-prinzip/

Wenn Sie allerdings eingeschränkt führen können und von anderen Faktoren (Marktleiter) gelenkt werden, eignet sich das Eisenhower-Prinzip nicht. Die C-Aufgaben sind i.d.R. weiterzudelegieren, das können Sie ohne die Führungsverantwortung bzw. -befugnis nicht. Weiterhin sind D-Aufgaben nach EISENHOWER weder wichtig, noch dringlich und sollten „aufgelöst“ werden, d.h. gar nicht gemacht werden. Deshalb habe ich eine Alternative erarbeitet mit Beispiel.

Alle Aufgaben, trage ich in die erste Spalte ein. Alle Aufgaben, die durch Vorgesetzte erteilt wurden, trage ich in die zweite Spalte ein.

Wenn die Aufgabe absolute Dringlichkeit hat und heute noch erledigt werden muss (z.B. durch Fristen bei Bestellungen), trage ich die Aufgabe in die erste Zeile ein. Ist die Aufgabe nicht so dringlich, wird die Aufgabe in die zweite Zeile eingetragen. Routine und planmäßige Tätigkeiten trage ich nicht mehr ein, sondern delegiere diese ab, um mich auf das Wesentliche konzentrieren zu können.

Dieser Vordruck ist nur ein Beispiel, wie Sie Ihre Zeit einteilen können. Ich arbeite täglich damit. Vor der Arbeit druck ich mir meinen Aufgabenzettel aus. Bei Arbeitseintritt füge ich Aufgaben entsprechend hinzu. Aufgaben, die keine unmittelbare Frist haben, mache ich vor allem, wenn Leerlauf herrscht… es ist gar nicht so einfach Hauptkassierer eine Stunde von der Kasse zu nehmen und mit diesen einen Schulung durchzuführen. Lässt die Warenlieferung aber auf sich warten, kann ich jemand anderen an der Kasse einsetzen und die Zeit sinnvoll nutzen.

Fazit: Planen Sie die Ihre zur Verfügung stehende Zeit und konzentrieren Sie sich auf das Wesentliche. Wesentlich ist das, was unmittelbare Konsequenzen mit sich führt – negative und positive!