Wie sich ungünstige Lagerbestände in Kosten widerspiegeln…

Der Warenbestand ist im Einzelhandel hoch, meist zu hoch und gleichzeitig dann zu niedrig, wo mehr nötig ist. Zu viel Warenbestand verursacht vermeidbare Kosten, zu wenig Warenbestand führt zu entgangenen Umsatz wegen fehlender Verfügbarkeit.

Automatische Bestellsysteme führen anhand vorher festgelegter Parameter zu eigenständiger Disposition. Es empfiehlt sich neben der regulären „Abverkauf x Lieferzeit“ (z.B. 10 Stück x 3 Tage = 30 Stück) einen Mindestbestand zu berücksichtigen. Es könnt ja sein, dass kurzfristig ein Produkt leer gekauft wird oder eine Lieferverzögerung eintritt. Dem kann ein Warenwirtschaftssystem vorbeugen. Ist nur leider ärgerlich, wenn zu hohe und viele Mindestbestände für 20.000 Artikeln eingestellt sind. Das führt langfristig zu hohen Beständen, Kosten und Verlusten.

Was passiert aber ganz konkret?

Die Ware kommt, aber das Regal ist noch gut gefüllt. Der Mitarbeiter muss die alte Ware aus dem Regal holen. Die neue Ware muss jetzt dahinter und die alte Ware wieder davor gestellt werden. Das verursacht einen zeitlichen Aufwand (mehr Zeitaufwand = mehr Lohn = mehr Kosten). Im schlechtesten Fall schiebt der Mitarbeiter die neue Ware vor die alte, weil es Massen sind. Das geht bestimmt auch einige Monate gut, bis dann abgelaufene Produkte in den Regalen sind. Versuchen Sie das mal Ihren Kunden zu erklären oder zu entschuldigen – das geht nämlich mal gar nicht!

Was kann man dagegen machen?

Warenwirtschaftssysteme sind eine Unterstützung, aber Sie müssen gepflegt und gesteuert werden – von Ihnen! Mindest- und Reservebestände machen durchaus Sinn (z.B. bei Getränken im Sommer), bei schnelldrehenden Produkten (Preiseinstiegssegment), aber Vorsicht ist im Frischesegment geboten.

Welche Vorteile haben angepasste Lagerbestände?

Wenn Sie den Lagerbestand bezüglich Mindest- und Reservenbeständen optimieren, besteht ein 5 – 10% Warenbestandssenkungspotenzial. Bei 500.000 € Warenbestand sind das 25.000€ – 50.000€ Warenbestand. Sie vermeiden Kapitalbindung und sparen sich Kapitalzinsen.

Niedrige Bestände führen zum vereinfachten Einräumen und einer hohen Zeitersparnis. Der Mitarbeiter ist im Schnitt pro Kolli (Produkteinheit) im Durchschnitt etwa weniger als 1 Minute mit dem Prozess (Einräumen, Pappe/Folie weg, …) beschäftigt. Das hängt allerdings von der Produktgruppe (Drogerie < Konserven < Getränke). Ist das länger der Fall, denken Sie dran, dass die Personalkosten 50% unserer Handelsspanne im Food-Bereich verschlingen.

Niedrige Bestände führen zu weniger verderbsbedingten Abschriften, vor allem im Frische-Bereich.

Und was ist mit Fehlartikeln?

Grundsätzlich sollten Fehlartikel vermieden werden. Die Kundenzufriedenheit steht im Fokus und über möglichen Verlusten durch zu hohe Warenbestände. Besonders im Fokus steht dabei das Kernsortiment und Aktionsprodukte.

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