Wie sich ungünstige Lagerbestände in Kosten widerspiegeln…

Der Warenbestand ist im Einzelhandel hoch, meist zu hoch und gleichzeitig dann zu niedrig, wo mehr nötig ist. Das verursacht beides Kosten.

Unser automatisches Bestellsystem bestellt gerne mal voreilig Produkte, die wir noch gar nicht brauchen. Unser Warenwirtschaftssystem möchte Waren auf Vorrat (Reservebestand, Mindestbestand) da haben; es könnt ja sein, dass kurzfristig ein Produkt leer gekauft wird. Dem beugt das Warenwirtschaftssystem vor (bloß keine Fehlartikel). Ist nur leider blöd, wenn das System das bei 20.000 Artikeln macht. Das führt nämlich langfristig zu hohen Beständen und Kosten.

Was passiert aber ganz konkret?

Die Ware kommt, aber das Regal ist noch gut gefüllt. Der Waren-Verräumer (im Folgendem Auspacker genannt) muss die alte Ware aus dem Regal holen. Die neue Ware muss jetzt dahinter und die alte Ware wieder davor gestellt werden. Das verursacht einen zeitlichen Aufwand (mehr Zeitaufwand = mehr Lohn = mehr Kosten). Im schlechtesten Fall schiebt der Auspacker die neue Ware vor die alte, weil es Massen sind. Das geht bestimmt auch einige Monate gut, bis dann abgelaufene Produkte in den Regalen sind. Versuchen Sie das mal Ihren Kunden zu erklären oder zu entschuldigen – das geht nämlich mal gar nicht!

Was kann man dagegen machen?

Warenwirtschaftssysteme sind eine Unterstützung, aber Sie müssen gepflegt und gesteuert werden – von Ihnen! Mindest- und Reservebestände machen durchaus Sinn (z.B. bei Getränken im Sommer), bei schnelldrehenden Produkten (Preiseinstiegssegment), aber man sollte sich hüten im Frischesegment zu hohe Mindestbestände zu führen.

Welche Vorteile haben angepasste Lagerbestände?

– Wenn Sie den Lagerbestand bezüglich Mindest- und Reservenbeständen optimieren, besteht ein 5 – 10% Warenbestandssenkungspotenzial. Bei 500.000 € Warenbestand sind das mal eben schlappe 25.000€ – 50.000€ Warenbestand. Bei 3% Zinsen/Jahr sind das 750 € – 1.500 € Zinseinsparung.

– Niedrige Bestände führen zum vereinfachten Einräumen und einer hohen Zeitersparnis. Der Auspacker sollte pro Produkteinheit im Durchschnitt etwas weniger als 1 Minute mit dem Prozess (Einräumen, Pappe/Folie weg, …) beschäftigt sein.  Ist das länger der Fall, denken Sie dran, dass die Personalkosten 50% unserer Handelsspanne im Food-Bereich verschlingen.

– Niedrige Bestände führen zu weniger verderbsbedingten Abschriften, vor allem im Frische-Bereich.

Und was ist mit Fehlartikeln?

Sicherlich kann es mal zu Fehlartikeln kommen. Deswegen machen auch Mindestbestände bei Produkten, die einfach nicht ausgehen dürfen (Kernsortiment; Frischmilch, Wasser) Sinn. Aber…. alles in Maßen. Solang es ausreichend Alternativen gibt und es nicht alltäglich vorkommt, werden Ihre Kunden Ihnen das verziehen. Dafür bieten Sie täglich bedarfsgerechte frische Produkte mit langer Regallaufzeit.

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