Mindesthaltbarkeits- und Verbrauchsdatum

„Der Artikel ist seit 2 Tagen abgelaufen.“ – noch genießbar oder besser entsorgen? Wichtig ist hierbei zu unterscheiden, ob es sich um ein Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) oder ein Verbrauchsdatum (VD) handelt.

Hersteller müssen auf Fertigverpackungen ein Mindesthaltbarkeitsdatum oder ein Verbrauchsdatum angeben. Das schreibt die Lebensmittel-Kennzeichnungsverordnung vor. Ausnahmen bilden z.B. Salz, Zucker, Essig, alkoholhaltige Getränke mit > 10% Vol. % Alkohol. Der Hersteller garantiert, dass bis zum Mindesthaltbarkeitsdatum die spezifischen Produkteigenschaften (Geruch, Geschmack, Konsistenz, Vitamingehalt) bei sachgerechter Lagerung beibehalten werden. Das MHD bei kühlpflichtigen Produkten ist mit dem Temperaturzusatz „bei +2 bis +7 °C“ versehen und bei tiefkühlpflichtigen Produkten darf die Temperatur für das angegebene MHD höchstens „-18 Grad“ betragen. Wird diese Temperatur bzw. Kühlkette nicht eingehalten, können die spezifischen Produkteigenschaften auch vor Erreichen des Mindesthaltbarkeitsdatums verloren gehen oder das Produkt gar verderben.

Es kann aber auch genauso sein, dass das Produkt Tage, Wochen oder Monate später noch genießbar ist ohne Qualitätseinbußen. Allerdings garantiert der Hersteller nach Ablauf des MHD nicht mehr für produktspezifischen Eigenschaften, Haltbarkeit und Qualität. Der Verkauf von Produkten, die das MHD überschritten haben, ist nicht verboten. Allerdings muss der Verkäufer durch Stichproben die Genießbarkeit noch sicherstellen und die Produkte kennzeichnen, wenn diese von den zu erwarteten Eigenschaften abweichen.

Dazu ein Beispiel: Die Coca-Cola Light 1l Flasche hat ein MHD bis zum 31.12.2017. Der Verkäufer kann die Coca-Cola-Flaschen zwar noch verkaufen, muss diese aber theoretisch vorher probieren und idealerweise kennzeichnen.  In der Regel verkaufen Händler im stationären Handel keine Produkte nach Ablauf des MHD. Die Produkte werden vor Ablauf des MHD aus dem Verkauf genommen und z.B. an die Tafeln gespendet (REWE, ALDI, …).

Vor Ablauf des MHD werden Produkte häufig 30 – 50% reduziert. Bei kühlpflichtigen frischen Produkten geschieht dies 3 – 7 Tage vor Ablauf des MHD. Bei länger haltbaren Artikeln aus dem Restsortiment werden Artikel auch schon einige Monate vor Ablauf des MHD reduziert.

Das Verbrauchsdatum ist als ein tatsächliches Verfallsdatum zu verstehen. Es handelt sich leicht verderbliche Lebensmittel, wie z.B. Hackfleisch. Bei Hackfleisch darf die Kühltemperatur von „+2 Grad“ auch auf keinen Fall überschritten werden. Das Lebensmittel sollte nach Ablauf des Verbrauchsdatum nicht mehr verzehrt werden. Der Verzehr kann eine Gefahr für die menschliche Gesundheit sein. Deshalb ist der Verkauf von Artikeln nach Ablauf des Verbrauchsdatum verboten.

 

 

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