Zielwerte für Verlustquoten ermitteln

Verluste sind vermeidbar, aber nie ganz auszuschließen. Der Beitrag soll einen Überblick geben, wie der Markt realistische Zielwerte für Verlustquoten ermitteln kann.

Verluste sollten im Lebensmitteleinzelhandel auf den gesamten Bruttoumsatz 1 – 1,5% nicht übersteigen. Verluste sind in den Frischebereichen verständlicherweise höher als im Trockensortiment (z.B. Konserven, Schokolade oder Tiefkühlware). Deshalb wird im Folgenden auf diese Warenbereiche eingegangen.

Die Abteilung Obst und Gemüse hat einen Umsatzanteil von 10- 20% und die Verluste betragen üblicherweise 2,00 – 6,50% vom Bruttoumsatz. Die Abteilung Service hat einen Umsatzanteil von 10 – 20% und die Verluste betragen hier auch etwa 2,00 – 7,00%. Die Abteilung Molkereiprodukte hat einen Umsatzanteil von 15 – 25% und eine übliche Verlustquote beträgt abhängig 0,50% – 2,50% vom Bruttoumsatz. Discounter weisen eher geringe Verderbquoten auf, Supermärkte eher höhere Quoten. Das liegt im Wesentlichen daran, dass Supermärkte eine höhere Sortimentstiefe in allen drei Warenbereichen als Discounter haben.

Anhang der großen Bandbreite der Verlustquoten haben Sie schon gemerkt, dass Benchmarkwerte zwingend individuell betrachtet werden müssen und nicht der „beste“ Wert auch für den eigenen Markt relevant ist. Es helfen bei der Ermittlung von Benchmarkwerten folgende Parameter zu berücksichtigen.

Abteilung Molkereiprodukte

  • Der Umsatz der Abteilung Molkereiprodukte sollte ähnlich hoch sein. Es nützt nichts einen Markt mit 1.000.000 € Jahresumsatz mit einem Markt mit nur 500.000 € Jahresumsatz zu vergleichen.
  • Der Umsatz des Vergleichsmarkts sollte sich positiv entwickeln. Besser an einen Markt mit 1,5% Verderbquote und 5% Umsatzzuwachs orientieren als einen Markt mit 0,5% Verderbquote und 5% Umsatzrückgang.
  • Zudem sollte die zur Verfügung stehende Fläche (20, 25, 30, … Regale, Anzahl Truhen) ähnlich sein. Wenn der Markt deutlich mehr Fläche zur Verfügung hat, (muss) der Markt mehr Sortimentstiefe zwangsläufig zeigen.

 

Abteilung Obst und Gemüse

  • Hier sollte der Umsatz ähnlich sein und die -Entwicklung positiv sein.
  • Die Anzahl der Obst- und Gemüseregale ist zu berücksichtigen.
  • Ebenfalls ist die Anzahl der Truhen für Beeren oder Convenience (in dem Fall für Fresh-Cut Obst, Beutelsalate, Smoothies, …) zu berücksichtigen.

 

Abteilung Service-Bedienungsabteilung

  • Hier sollte der Umsatz ähnlich sein und die -Entwicklung positiv sein.
  • Die Anzahl der Kühlbauteile und des angebotenen Sortiments (Wurst/Fleisch/Geflügel/Fisch/Käse/Feinkost/… ist hier entscheidend.
  • Supermärkte haben oft eine Bedienungsabteilung, Discounter haben nur Selbstbedienung. Die Vertriebsformate sind nicht vergleichbar.

 

Nach der Ermittlung einer realistischen Verlustquote können mögliche Verlustpotenziale identifiziert werden. Im nächsten Beitrag werden Möglichkeiten aufgezeigt, wie die Verlustpotenziale ausgeschöpft werden können und in den genannten Schwerpunkt-Abteilungen gezielt gesenkt werden können.

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