Archive for ‘Suchbegriffe’

September 12, 2015

„Wie hoch ist der Warenbestand im Supermarkt?“

Diese Frage aus den Suchbegriffen lässt sich nicht pauschal beantwortet. Der Grundsatz beim Warenbestand lautet „Soviel wie nötig, so wenig wie möglich“. Ein zu hoher Warenbestand bedeutet Kapitalbindung und vermeidbare Kosten durch Zinsen, Verderb, Schwund. Ein zu niedriger Warenbestand führt zu Umsatzverlusten und Kundenunzufriedenheit/-abwanderung. Deshalb sollte man stets Mindest-, Regalhöchstbestände im Warenwirtschaftssystem pflegen und bedarfsgerecht Ware disponieren.

Der Warenbestand beträgt idealerweise etwa 350 – 400 €/m². Ein normaler Supermarkt hat etwa 1.500 m², in städischen Standorten sind es etwa 1.000 m², große Verbrauchermärkte haben über 3.000 m ². Bei einem normalen Supermarkt kann man demnach von etwa 600.000 € Warenbestand ausgehen.

August 11, 2013

Antworten auf Suchbegriffe

Durch folgende Suchbegriffe sind Besucher zu meinem Blog gelangt. Allerdings blieb bis dato die Frage des Besuchers unbeantwortet.

„Wie verräumt man Ware im Supermarkt richtig?“

Grundsätzlich gilt das Prinzip „first-in-first-out“ bei Lebensmitteln. Das bedeutet, dass neue Ware hinter der alten Ware verräumt wird. Das ist vor allem bei frischen Lebensmitteln (Fleisch, Gekühlte Produkte, Obst und Gemüse) zu beachten!

Allerdings ist das Mindesthaltbarkeitsdatum bei der neuen Ware zu überprüfen. Es kommt ab und zu vor vor, dass neu angelieferte Ware ein zu kurzes Mindesthaltbarkeitsdatum aufweist oder dieses sogar abgelaufen ist. Das hätte zur Folge, dass man bei der Kontrolle des Mindesthaltbarkeitsdatums die abgelaufene Ware gar nicht entdecken würde.

Bei einigen Artikeln spielt aber „first-in-first-out“ eher eine untergeordnete Rolle. Beispielsweise ist es nicht wirtschaftlich, wenn das „Einstiegswasser“ (auf Palette) gewälzt wird oder H-Milch. Da wäre mit dem Wälzen mehr Aufwand verbunden, aber dem würde kein wirklicher Nutzen gegenüberstehen.

„Trickbetrug Einzelhandel“

Trickbetrüger versuchen die Kassenkraft zu verwirren, so dass diese nicht mehr nachvollziehen kann, wieviel Geld Sie vom Kassierer erhalten hat. Möglich sind folgende Tricks:

  • Der Trickbetrüger zahlt mit 50 € einen geringpreisigen Artikel. Nachdem Sie das Wechselgeld zurückgeben möchten, fällt dem Trickbetrüger ein, dass er das Geld doch passend hat. Er möchte seine 50 €  wieder. Wenn Sie das Wechselgeld nun nicht geschützt in der Kassenlade liegen hatten, hat der Trickbetrüger es schon eingesteckt.
  • Der Kunde hat einen großen Schein und möchte diesen Schein in kleinere Scheine gewechselt haben. Der Kunde behält den Schein oder steckt diesen wieder ein. Sie zählen ihm die kleinen Scheine vor, er nimmt diese entgegen. Entweder verschwindet der Trickbetrüger oder hat Ihnen die Scheine „angeblich“ schon gegeben.
  • Der Trickbetrüger fragt, ob Sie kleine Scheine (20 x 10 €)  in größere Scheine (4 x 50 €) wechseln können. Er zählt diese vor und steckt Scheine ein. Wenn Sie nun nachzählen, fehlen Scheine. Sie zählen die Scheine dem Trickbetrüger vor und stellen mit ihm fest, dass Scheine fehlen. Er gibt ihm die Scheine und steckt dabei wieder welche ein. Wenn Sie jetzt nun nicht erneut nachzählen, sind wieder einige 10 € Scheine verschwunden.

In der Regel kommen Trickbetrüger, wenn es „ruhiger“ ist und nicht so eine große Kundenansammlung ist. Kundenwarteschlagen sind für den Trickbetrüger meistens nicht förderlich, weil diese den Sachverhalt sehen und ggf. erkennen. Deshalb lassen Trickbetrüger auch Kunden schon mal „vor“, damit Sie den Kassierer in aller Ruhe ohne Zeugen verwirren können.

Was hilft?

  • Bleiben Sie ruhig.
  • Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen.
  • Wechseln sie kein Geld an der Kasse.
  • Zählen Sie das Geld genau nach.
  • Behalten Sie zum Schutz das Geld in der Kassenschublade.
  • Holen Sie sich, wenn Sie sich unsicher sind, einen Kollegen dazu.
  • Lassen Sie ggf. einen Kassensturz durchführen.

„Darf ein Getränkehändler die Leergutrücknahme einschränken?“

Ja, das darf er. Geschäfte mit einer Verkaufsfläche unter 200m² dürfen die Rücknahme auf die im Verkauf angebotenen Marken beschränken. Läden über 200 m² müssen im Einwegbereich das Leergut markenunabhängig zurücknehmen. Wichtig ist nur, dass die entsprechende Materialart (PET, Glas, Dosen) verkauft wird. Im Mehrwegbereich müssen an Leergut nur die Marken zurückgenommen werden, die auch im Verkauf geführt wird. Das liegt daran, dass der Einzelhändler das Leergut unter Umständen dann nicht an seinen Lieferant weitergeben kann. Der kann logischerweise das Leergut nicht gebrauchen, weil er keinen Vertrag mit dem Hersteller hat.
„Bierflaschen mit 25 cent“

Es gibt auch Bierflaschen mit 25 Cent Pfand. Es handelt sich dabei aber nicht um Mehrwegflaschen, sondern Einweg-Glaspfand. Einwegpfand hat stets 25 Cent Pfand.
„Scan rate“

Es gibt Scan-Raten, womit die Kassiergeschwindigkeit gemessen werden kann. Üblich sind 30 – 40 Artikel pro Minute im LEH. Unter 30 Artikel/Minute ist der Kassierer etwas zu langsam, über 40 Artikel/Minute ist nicht besonders kundenfreundlich. Der Kunde muss die Ware noch in seinen Einkaufswaagen bekommen.

November 10, 2011

Fragen und Suchbegriffe zu Kassendifferenzen

Viele gelangen über Fragen zu Kassendifferenzen zu meinem Blog. Kassendifferenzen sind ein heikles Thema. Schließlich fehlt Geld oder ist zu viel in der Kasse. Beides hat Auswirkungen. Einige Suchbegriffe habe ich mir nochmal raus gepickt, um darauf einzugehen.

„Was ist eine Kassendifferenz?“

Kassendifferenzen sind Abweichungen des SOLL-Kassenbestandes vom tatsächlich ermitteltem Kassenbestand. Die Kassendifferenz kann sowohl positiv als auch negativ sein.Die Ursache von Kassendifferenzen habe ich in diesem Beitrag (Kassendifferenzen – Ursachen ermitteln) schon mal erläutert. Kassendifferenzen haben je nach Ursache unterschiedliche Auswirkungen.

Hinweis: Deshalb gehe ich vereinfacht davon aus, dass die Kassendifferenz durch die Kassierkraft verursacht wurde.

„Kassendifferenzen und deren Auswirkung“

Kassendifferenzen haben nicht nur Auswirkungen für den Einzelnen, sondern alle, die damit in Verbindung stehen.

Kundensicht: Der Kunde erhält zu wenig oder zu viel Geld. In der Regel bemerkt der Kunde das nicht oder so spät, dass er nicht wiederkommt. Wenn der Kunde zu wenig Geld bekommt und es bemerkt, wird er das Geschäft in Zukunft meiden und es noch anderen Leuten weitersagen. Zu viel Geld erfreut den ein oder anderen Kunden sicherlich.

Unternehmenssicht: Für das Unternehmen haben Kassendifferenz  – ob negativ oder positiv – beide negative Folgen. Es kam schon mal vor, dass man Mitarbeiter hört „Wenn Geld in der Kasse fehlt und ich das zahlen muss, wieso darf ich das Geld, was zu viel in der Kasse ist nicht behalten?“. Das möchte ich hier erläutern.

  • Negative Kassendifferenzen: In der Kasse fehlt Geld. Kleinere Kassendifferenzen werden durch das Unternehmen in der Regel ausgeglichen. In der Summe ist das aber eine nicht zu verachtende Summe. Dem Unternehmen entsteht ein Verlust in Höhe der Kassendifferenz. Allerdings ist die Kassendifferenz nur ein Bruchteil des Schadens, die verursacht wurden. Man bedenke Kundenverlust, Imageschaden und weitere schwer messbare Schlecht-Leistungen an der Kasse durch Unaufmerksamkeit.
  • Positive Kassendifferenz: Es ist zu viel Geld in der Kasse. Hört sich für den Mitarbeiter gut an, für das Unternehmen ganz und gar nicht! Menschen erzählen negative Erlebnisse sehr gerne an andere Menschen weiter. Wir sind nun mal Menschen und das ist auch in Ordnung so. Dementsprechend kann sich das negativ auf das Image auswirken und zu Kundenverlust führen. Kundenverluste sind sehr teuer. Denken Sie an Kunden, die monatlich 200 € da lassen… bei einer 25% Spanne sind das 50 € Rohgewinn. Auf das Jahr gerechnet sind das 600 €, die verloren gehen können.

Wenn mich wer fragt, was für eine Art von Differenz besser ist? Dann sage ich „Keine. Positive erst recht nicht!“. Der Kundenverlust ist erheblich teurer als eine 10 € Kassendifferenz! Das ist wenigen Mitarbeitern bewusst und denen es bewusst ist – denen passieren diese Fehler nicht.

Mitarbeitersicht: Der Mitarbeiter weiß nicht, woher die Kassendifferenz stammt. Er hat gerade mal 50 € verdient, davon jetzt 10 € abdrücken für eine Kassendifferenz sieht sicher nicht jeder ein. Das kann man aus der Sicht des Mitarbeiters verstehen. Allerdings sind die 10 € nur ein Bruchteil des Schadens, die verursacht wurden. Man bedenke Kundenverlust, Imageschaden und weitere schwer messbare Schlecht-Leistungen an der Kasse durch Unaufmerksamkeit.

„Kassendifferenz durch Fehler bei Ec Zahlung“ und „Kassendifferenz EC-Zahlung wer zahlt?“

Diese beiden Suchbegriffe habe ich zusammengefasst. Wenn das die betreffende Person liest, dann würde mich interessieren, wie die Kassendifferenz durch eine EC-Zahlung entstanden ist bzw. entstehen kann?