Dezember 13, 2012

Wie kann sich der Recruitungbereich des Einzelhandels auf den demographischen Wandel seiner Mitarbeiter einstellen?

Die Tragfähigkeit unseres Sozialversicherungssystem in Deutschland steht in den nächsten Jahrzehnten auf der Kippe, die Unternehmen sind sich teilweise nicht über die geringe Anzahl an geeigneten Erwerbstätigen bewusst und die privaten Haushalte kommen auch im Alter noch nicht zur Ruhe. Wir sind alle gefordert, denn unsere Demographie ist im Wandel.

Der Demographische Wandel beschreibt die Bevölkerungsentwicklung. In Deutschland verändert sich die Bevölkerung vor allem durch die höhere Lebenserwartung der Menschen und die geringere Anzahl an Kindern je Frau (schon seit 1924!). 2011 betrug die Einwohnerzahl in Deutschland 81,7 Mio. Menschen.  Das Durchschnittsalter betrug 44,2 Jahre. Im Jahr 2030 werden voraussichtlich 77 Mio. Einwohner in Deutschland leben und durchschnittlich 47 Jahre alt sein. Man kann die Entwicklung so beschreiben, dass die Bevölkerung bis zum Jahr 2030 schrumpft, älter wird und bunter (durch die Einwanderung).

Für die Unternehmen muss jetzt schon klar sein, dass die Kunden- und Mitarbeiterstruktur in den nächsten Jahrzehnten sich wesentlich verändert. Das ist aber vielen Unternehmen so nicht bewusst. Gerade für ältere geringqualifizierte Arbeitnehmer ist es im Moment schwierig eine Vollzeitstelle zu bekommen; von den destruktiven Arbeitsbedingungen (besonders bei der Leiharbeit) mal abgesehen.

Die Einzelhandelsunternehmen haben zwei entscheidende Probleme in der Zukunft. Es stehen eine geringere Anzahl geeigneter Kandidaten zur Verfügung und der Einzelhandel ist „nach außen hin“ eine unattraktive Branche. Deshalb werden andere Branchen bei der Arbeitsplatzwahl gerne bevorzugt. Damit Einzelhandelsunternehmen auch in der Zukunft noch in der richtigen Anzahl qualifiziertes (gering-, mittel- und auch hochqualifiziert) Personal hat, gibt es verschiedene Lösungsansätze:

1. Zielgruppe verändern

Multichannel ist ein Begriff aus dem Marketing. In der Personalbeschaffung wird der Begriff Multichannel-Recruitung eine immer größer werdende Bedeutung einnehmen. Es können auch andere Personen-Zielgruppen genutzt werden als junge kinderlose unabhängige Menschen, die man noch formen kann. Wie wäre es mit älteren Menschen? Die haben Erfahrungen (im Leben und auch auf der Arbeit), Qualifikationen, Werte und arbeiten gewissenhafter. Das hab ich bei meiner täglichen Arbeit immer wieder festgestellt. Arbeitslose und ungelernte Kräfte kann man weiterqualifizieren. Die Zielgruppe „Alleinerziehende Mütter“ hat viel Potenzial. „Alleinerziehende Mütter“ können nicht zu jeder Arbeitszeit wegen ihren Kindern arbeiten. Das heißt für das Einzelhandelsunternehmen aber nur, dass man miteinander spricht und zusammen eine Lösung findet. BerufundFamilie – Das ist eine Win-Win-Situation.

2. Zusätzliche Bildungsmodelle

Während der Ausbildung bezieht der Auszubildende eine Vergütung (600 – 950€/Monat brutto). Diese Vergütung reicht für junge Menschen gerade so aus, aber nicht für ältere Menschen, die mitten im Leben stehen und von ihrem Gehalt abhängig sind. Deshalb hat die Fa. Kamps ihr „Qualifizierungsproblem“ anders gelöst. Es konnten einige Beschäftigte eine Ausbildung bei der Fa. Kamps machen und diese haben während der Ausbildung noch ihr volles Gehalt bezogen.

Wenn die Ausbildung in Vollzeit nicht möglich ist, können die Unternehmen auch eine Ausbildung in Teilzeit anbieten. Dieses Bildungsmodell bietet sich bei jungen Müttern an, die ihre Ausbildung statt in drei Jahren in viereinhalb Jahren abschließen.

3. Arbeitgeberattraktivität steigern

Ideal ist es, wenn wir als Einzelhandelsunternehmen von Anfang für die Arbeitsplatzwahl bevorzugt werden. Das können wir schaffen, in dem wir unsere Attraktivität steigern. Dazu sollte Vielseitigkeit des Einzelhandels und die Karrieremöglichkeiten herausstechen. Das hat nämlich wenig mit „Regale einräumen“ und „Kassieren“ zu tun. Das verbinden aber leider sogar einige Bewerber mit dem „Einzelhandel“. Arbeitszeitmodelle und das Gehalt sind wichtige Ansätze.

 

 

 

 

Quellen: IFAD, Destatis

 

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Mai 21, 2012

Wenn keiner so richtig was weiß…

Wenn die Prozesse so gut aufeinander abgestimmt und ein besonders motivierter und engagierter Mitarbeiter am Werk ist, entstehen solche Dialoge am Telefon.

 

Mitarbeiter Zentrale „Die Ware sollte bis morgen auftachen. Das passiert in der Regel, aber Frauen haben auch die Regel… Manchmal fällt die auch aus.“
(…)
Ich „Mit wem hab ich gesprochen?“
Mitarbeiter Zentrale „Mit mir“
Ich „Wer sind Sie?“

 

You made my working day.

Passender Moment, um auf eine interessante Stiftung hinzuweisen: http://www.humorhilftheilen.de/docs/stiftung.php

Februar 21, 2012

„Solange der Vorrat reicht“

„Solange der Vorrat reicht“ – diese Freizeichnungsklausel ist jedem Verkäufer bekannt; in jedem Handzettel üblich. Aber wie sinnvoll ist diese Freizeichnungsklausel in der Praxis?

Es kann schon mal vorkommen, dass bei einem Angebotsartikel (z.B. aus dem Handzettel) ein Engpass auftritt. Im Handzettel ist in der Regel unten kleingedruckt der Vermerk „Solange der Vorrat reicht“. Rechtlich „ok“, aber ist es sinnvoll den Kunden mit so etwas zu konfrontieren?

Nein! Das ist der falsche Ansatz auf „Recht“ zu pochen. Sie wollen Ihren Kunden doch nicht verlieren!

Meine Tipps:

  1. Bestellen Sie ausreichend. Moderne EDV-Systeme zeigen Abverkäufe von Artikeln zu bestimmten Zeiten zum jeweiligen Preis. Der durchschnittliche Abverkauf der letzten 12 Monate zum Aktionspreis x (individueller Saisonfaktor: Weihnachten, Sommer/Winter, Ostern) sichert in 95% der Fälle, dass es zu keinem Engpass kommt. Falls doch…
  2. versuchen Sie sich in die Situation des Kunden hinein zu versetzen, zeigen Sie Empathie. Der Kunde denkt, dass der Angebotsvorrat absichtlich so gering gehalten wurde. Das ist nicht der Fall. Es sollen alle Kunden mit den Angebotsartikel bedient werden können. Der Kaufmann hat nichts davon, wenn er verärgerte Kunden hat. Das weiß der Kunde aber nicht. Deshalb…
  3. zeigen Sie Alternativen. Wenn ein Vorratspackung entsprechend günstiger war, bieten Sie dem Kunden zwei Packung entsprechend zum Angebotspreis an.
  4. bemühen Sie sich schnellstmöglich um den Angebotsartikel! Grundsätzlich kann dem Kunden egal sein, wieso ein Angebotsartikel nicht da ist; viele Kunden interessieren sich aber doch für den Hintergrund; das schafft Transparenz und Vertrauen. Das kann wie folgt aussehen „Leider ist dieser Artikel ausverkauft. Am 03.02. sind 460 Packungen eingetroffen. Soviele wurden bisher zu diesem Preis noch nie verkauft. Wir haben 200 Packungen nachbestellt, die zu morgen eintreffen. Wir können Ihnen bei Bedarf gerne die entsprechende Anzahl zurücklegen“.

Zeigen Sie die „Beste Leistung für Kunden, Kaufleute und Mitarbeiter“ (Vision der REWE GROUP).

Januar 29, 2012

Vertrauen von Kunden stärken! (2011)

2011 – Qualitätssicherung, Bio-Siegel, Unbedenklichkeitsbescheinigung, FairTrade, Regionalität… das Ergebnis:

Dioxin

Klebefleisch

Käse (, der kein Käse ist)

EHEC

Bio (, dass kein Bio ist)…

Antibiotika im Geflügelfleisch (völlig unbedenklich!)

In diesem Sinne… Guten Apettit!

Schlagwörter:
Januar 15, 2012

Wie sich ungünstige Lagerbestände in Kosten widerspiegeln…

Der Warenbestand ist im Einzelhandel hoch, meist zu hoch und gleichzeitig dann zu niedrig, wo mehr nötig ist. Das verursacht beides Kosten.

Unser automatisches Bestellsystem bestellt gerne mal voreilig Produkte, die wir noch gar nicht brauchen. Unser Warenwirtschaftssystem möchte Waren auf Vorrat (Reservebestand, Mindestbestand) da haben; es könnt ja sein, dass kurzfristig ein Produkt leer gekauft wird. Dem beugt das Warenwirtschaftssystem vor (bloß keine Fehlartikel). Ist nur leider blöd, wenn das System das bei 20.000 Artikeln macht. Das führt nämlich langfristig zu hohen Beständen und Kosten.

Was passiert aber ganz konkret?

Die Ware kommt, aber das Regal ist noch gut gefüllt. Der Waren-Verräumer (im Folgendem Auspacker genannt) muss die alte Ware aus dem Regal holen. Die neue Ware muss jetzt dahinter und die alte Ware wieder davor gestellt werden. Das verursacht einen zeitlichen Aufwand (mehr Zeitaufwand = mehr Lohn = mehr Kosten). Im schlechtesten Fall schiebt der Auspacker die neue Ware vor die alte, weil es Massen sind. Das geht bestimmt auch einige Monate gut, bis dann abgelaufene Produkte in den Regalen sind. Versuchen Sie das mal Ihren Kunden zu erklären oder zu entschuldigen – das geht nämlich mal gar nicht!

Was kann man dagegen machen?

Warenwirtschaftssysteme sind eine Unterstützung, aber Sie müssen gepflegt und gesteuert werden – von Ihnen! Mindest- und Reservebestände machen durchaus Sinn (z.B. bei Getränken im Sommer), bei schnelldrehenden Produkten (Preiseinstiegssegment), aber man sollte sich hüten im Frischesegment zu hohe Mindestbestände zu führen.

Welche Vorteile haben angepasste Lagerbestände?

– Wenn Sie den Lagerbestand bezüglich Mindest- und Reservenbeständen optimieren, besteht ein 5 – 10% Warenbestandssenkungspotenzial. Bei 500.000 € Warenbestand sind das mal eben schlappe 25.000€ – 50.000€ Warenbestand. Bei 3% Zinsen/Jahr sind das 750 € – 1.500 € Zinseinsparung.

– Niedrige Bestände führen zum vereinfachten Einräumen und einer hohen Zeitersparnis. Der Auspacker sollte pro Produkteinheit im Durchschnitt etwas weniger als 1 Minute mit dem Prozess (Einräumen, Pappe/Folie weg, …) beschäftigt sein.  Ist das länger der Fall, denken Sie dran, dass die Personalkosten 50% unserer Handelsspanne im Food-Bereich verschlingen.

– Niedrige Bestände führen zu weniger verderbsbedingten Abschriften, vor allem im Frische-Bereich.

Und was ist mit Fehlartikeln?

Sicherlich kann es mal zu Fehlartikeln kommen. Deswegen machen auch Mindestbestände bei Produkten, die einfach nicht ausgehen dürfen (Kernsortiment; Frischmilch, Wasser) Sinn. Aber…. alles in Maßen. Solang es ausreichend Alternativen gibt und es nicht alltäglich vorkommt, werden Ihre Kunden Ihnen das verziehen. Dafür bieten Sie täglich bedarfsgerechte frische Produkte mit langer Regallaufzeit.

Dezember 16, 2011

Dieb stellt sich selber?

Es ist abends… ganz ruhig, kaum was gerade los. Da weist mich eine Kollegin auf einen auffälligen Kunden hin mit einem Maggi Brühwürfel in der Hand. Ich schau hinterher, so ganz koscher ist der wirklich nicht. Kurz darauf werde ich zur Kasse gerufen.

Ein Kunde hätte gerne gewusst, ob es „Pfand“ für die Brotkisten von Harry und Kronenbrot gibt. Also, ob er dafür Geld bekommt, wenn er die zurückbringt. Es ist nicht „irgendein“ Kunde. Das ist der Kunde mit dem Brühwürfel. Jetzt wird es echt merkwürdig. „Woher soll ein Kunde solche Kisten überhaupt haben?“, dachte ich mir kurz und dann musst ich schon weiter. Als dann ein Kunde etwas an der Kasse bezahlt hat, über den offenen Ein- und Ausgang zu O+G wieder kurz ist und wieder raus, bin ich auch zum Ausgang und hab mal hinterher geschaut. Der Kunde mit dem Brühwürfel und den Brotkisten war schon wieder da und meint nur „Der ist wohl schon weg…“.

So… ich hab in dem Moment gar nicht realisiert, dass es derselbe Kunde ist. Meine Kollegin weist mich darauf hin. Ich gehe raus zum Ausgang, dort steht der Brühwürfel-Brotkisten-Kunde. Ich schaue ihn an, sage gar nichts… und er sagt „Sie denken, ich habe geklaut? Ich habe nicht geklaut!“. Um nicht denselben Fehler nochmal zu machen (Wenn man bei Diebstahl taktisch unklug reagiert… ), gab es nur eine Lösung. Hausverbot.

 

November 17, 2011

50 € zu viel in der Kasse

10 € mehr, 10 € weniger… wenn aber die Kassendifferenz 50 € beträgt, dann muss irgendwer grob fahrlässig gehandelt haben. Wo kommen die denn nun her?

Ich hatte im Beitrag Kassendifferenzen – Ursachen ermitteln eine Ursache beschrieben, wie positive Kassendifferenzen entstehen können.

Wird das Wechselgeld knapp, wird vom Kassierer neues eingefordert. Dabei entstehen (wenn überhaupt) „Plus-Differenzen“, weil der Vorgesetzte zwar Wechselgeld ausgegeben hat, aber den Gegenwert nicht „eingenommen“ hat. „Minus-Differenzen“ sind eher auszuschließen. Der Kassierer meldet sich schon, wenn er sein Wechselgeld nicht bekommen hat; spätestens, wenn er kein Wechselgeld mehr an den Kunden ausgeben kann.

Der Tresor wurde gezählt und es konnte keine Differenz festgestellt werden. Das heißt, dass ein Kunde 50 € zu wenig bekommen hat. Welche Möglichkeiten gibt es, dass ein Kunde 50 € zu wenig bekommt?

  1. Der Kunde zahlt mit einem größerem Geldschein. Bei größeren Geldscheinen geschieht die Geldausgabe allerdings mit dem Vorgesetzten. Der Kunde überprüft ebenfalls den Betrag. Der Fall kann ausgeschlossen werden.
  2. Der Kunde möchte Bargeld abheben und erhält kein Bargeld ausgezahlt. Mh, eher unwarscheinlich, aber möglich. Das muss nun überprüft werden.

Ich hatte zwar von einem Fall berichtet, indem statt 200 € Bargeld-Auszahlung nur 20€ eingetippt wurden und 200 € ausgezahlt wurden… aber wir konnten uns nicht vorstellen, dass sowohl Kassierer als auch der Kunde seine 50 € vergisst.

Deshalb haben wir die Bargeldauszahlungen überprüft. Es wurden einmal jeweils 100 €, 20 € und 50 € Bargeldauszahlungen beantragt. Da haben wir es doch – genau 50 €! Der Kassenbon weist die Uhrzeit und die gekauften Artikel aus. Dadurch konnten wir im Videoüberwachungssystem die Situation visuell überprüfen, was da passiert ist. Der Kunde hatte es wohl so eilig, dass die Kassiererin noch den Kunden gerufen hat, da er seine EC-Karte vergessen hatte. Wenn der Kunde seine EC-Karte schon vergisst, dann wohl die 50 € gleich mit; die Kassiererin hat es auch vergessen.

Das nenne ich mal Glück im Unglück. Der Kunde erhält selbstverständlich die Rücküberweisung des Geldbetrages.

November 10, 2011

Fragen und Suchbegriffe zu Kassendifferenzen

Viele gelangen über Fragen zu Kassendifferenzen zu meinem Blog. Kassendifferenzen sind ein heikles Thema. Schließlich fehlt Geld oder ist zu viel in der Kasse. Beides hat Auswirkungen. Einige Suchbegriffe habe ich mir nochmal raus gepickt, um darauf einzugehen.

„Was ist eine Kassendifferenz?“

Kassendifferenzen sind Abweichungen des SOLL-Kassenbestandes vom tatsächlich ermitteltem Kassenbestand. Die Kassendifferenz kann sowohl positiv als auch negativ sein.Die Ursache von Kassendifferenzen habe ich in diesem Beitrag (Kassendifferenzen – Ursachen ermitteln) schon mal erläutert. Kassendifferenzen haben je nach Ursache unterschiedliche Auswirkungen.

Hinweis: Deshalb gehe ich vereinfacht davon aus, dass die Kassendifferenz durch die Kassierkraft verursacht wurde.

„Kassendifferenzen und deren Auswirkung“

Kassendifferenzen haben nicht nur Auswirkungen für den Einzelnen, sondern alle, die damit in Verbindung stehen.

Kundensicht: Der Kunde erhält zu wenig oder zu viel Geld. In der Regel bemerkt der Kunde das nicht oder so spät, dass er nicht wiederkommt. Wenn der Kunde zu wenig Geld bekommt und es bemerkt, wird er das Geschäft in Zukunft meiden und es noch anderen Leuten weitersagen. Zu viel Geld erfreut den ein oder anderen Kunden sicherlich.

Unternehmenssicht: Für das Unternehmen haben Kassendifferenz  – ob negativ oder positiv – beide negative Folgen. Es kam schon mal vor, dass man Mitarbeiter hört „Wenn Geld in der Kasse fehlt und ich das zahlen muss, wieso darf ich das Geld, was zu viel in der Kasse ist nicht behalten?“. Das möchte ich hier erläutern.

  • Negative Kassendifferenzen: In der Kasse fehlt Geld. Kleinere Kassendifferenzen werden durch das Unternehmen in der Regel ausgeglichen. In der Summe ist das aber eine nicht zu verachtende Summe. Dem Unternehmen entsteht ein Verlust in Höhe der Kassendifferenz. Allerdings ist die Kassendifferenz nur ein Bruchteil des Schadens, die verursacht wurden. Man bedenke Kundenverlust, Imageschaden und weitere schwer messbare Schlecht-Leistungen an der Kasse durch Unaufmerksamkeit.
  • Positive Kassendifferenz: Es ist zu viel Geld in der Kasse. Hört sich für den Mitarbeiter gut an, für das Unternehmen ganz und gar nicht! Menschen erzählen negative Erlebnisse sehr gerne an andere Menschen weiter. Wir sind nun mal Menschen und das ist auch in Ordnung so. Dementsprechend kann sich das negativ auf das Image auswirken und zu Kundenverlust führen. Kundenverluste sind sehr teuer. Denken Sie an Kunden, die monatlich 200 € da lassen… bei einer 25% Spanne sind das 50 € Rohgewinn. Auf das Jahr gerechnet sind das 600 €, die verloren gehen können.

Wenn mich wer fragt, was für eine Art von Differenz besser ist? Dann sage ich „Keine. Positive erst recht nicht!“. Der Kundenverlust ist erheblich teurer als eine 10 € Kassendifferenz! Das ist wenigen Mitarbeitern bewusst und denen es bewusst ist – denen passieren diese Fehler nicht.

Mitarbeitersicht: Der Mitarbeiter weiß nicht, woher die Kassendifferenz stammt. Er hat gerade mal 50 € verdient, davon jetzt 10 € abdrücken für eine Kassendifferenz sieht sicher nicht jeder ein. Das kann man aus der Sicht des Mitarbeiters verstehen. Allerdings sind die 10 € nur ein Bruchteil des Schadens, die verursacht wurden. Man bedenke Kundenverlust, Imageschaden und weitere schwer messbare Schlecht-Leistungen an der Kasse durch Unaufmerksamkeit.

„Kassendifferenz durch Fehler bei Ec Zahlung“ und „Kassendifferenz EC-Zahlung wer zahlt?“

Diese beiden Suchbegriffe habe ich zusammengefasst. Wenn das die betreffende Person liest, dann würde mich interessieren, wie die Kassendifferenz durch eine EC-Zahlung entstanden ist bzw. entstehen kann?

Oktober 30, 2011

Wissenswertes Teil I

Mal paar interessante Sachverhalte. Links die Frage, rechts die Antwort.

Was bedeutet „Probiotika“? „für das Leben“
Wieso sollten Probiotika nach einer Behandlung mit Antibiotika eingenommen werden? Es wird die Dauer und Heftigkeit von Durchfällen verhindert, die etwa bei 10% der Patienten auftritt. Die Darmflora wird bei der Behandlung mit Antibiotika in Mitleidenschaft gezogen und Probiotika unterstützten beim Wiederaufbau der Darmflora.
Was sind „Synbiotika“? Es handelt sich um probiotische (Wirkung direkt) oder prebiotische Stoffe (Wirkung indirekt).
Tut es ein normaler Joghurt auch oder muss er probiotisch sein? Der normale Joghurt enthält auch Lactobazillen, die allerdings den Weg zum Darm nicht so gut überstehen. Das macht aber keinen so großen Unterschied.
Woraus entstehen die Bakterien für die gebräuchlichen Probiotika? Die Vorstellung ist nicht geschmacklich. Es sind menschliche Fäkalien, die unter Laborbedingungen weitergezüchtet werden. Allerdings hat das Endergebnis nichts mehr mit dem Ursprung zu tun.
Wieso werden viele Lebensmittel mit Jod angereichert? Studien ergaben, dass die Bevölkerung zu wenig Jod zu sich nimmt. Allerdings sollten Menschen mit Schilddrüsenüberfunktion jodhaltige Lebensmittel vermeiden. Jodzusatz wird unter „Jodsalz“ deklariert. Wird aber ein Zusatzstoff, der Jod beinhaltet, verwendet, ist dies ncht ersichtlich. Das ist z.B. bei E 127 der Fall.
Wieso ist bei „Fluor“ Vorsicht geboten? Fluor schützt vor Karies und soll die Zahngesundheit verbessern. Fluor ist nicht lebensnotwendig. Der Grenzwert von Fluor ist schnell überschritten und Übermengen machen sich durch weiße Flecken auf den Zähnen bemerkbar.
Unter welchen Kürzeln finden sich Vitamine als E-Nummern? E101: Vitamin B12,  E160 a: Beta-Caroti, E300, 301, 302, 316: Vitamin C, E 306 – 309: Vitamin E
Wie ist es möglich, dass beim Multivitaminsaft fettlösliche Vitamine in Wasser gelöst sind? Bei Beta-Carotin wird z.B. deren Carotinkristalle verkleinert und mit Gelantine verkapselt. Diese verteilen sich dann in Wasser und sorgen für die knallorange Färbung.
Wie kommt es dazu, dass mehr Vitamingehalt in Säften ist als angegeben? Vitamine bauen sich mit der Zeit ab. Da zum Ende des MHD aber immer noch soviel mindestens drin sein müssen, sind mehr Vitamine im Saft drinne.
Was für einen Vorteil haben Bio-Säfte? Öko-Säften dürfen keine synthetischen Vitamine und sonstigen künstlichen Zusätzte enthalten.
Wie kommt es dazu, dass viele Lebensmittel (wie z.B. Salami) Vitamin C enthalten? Vitamin C dient zum Schutz vor Verderb. Ascorbinsäure findet sich dann in der Zutatenliste.
Wie kommt es dazu, dass sekundäre Pflanzenstoffe, wie Polyphenola, ätherische Öle und Salicylate aus dem Obst und Gemüse verschwunden sind? Diese Stoffe werden genutzt zur Abwehr von Schädlichen. Bei Behandlung mit Kunstdünger oder Pestiziden ist die Pflanze nicht mehr auf die Stoffe angewiesen und deshalb werden diese nur im geringem Umfang gebildet.</-></->Bei Bio sind Kunstdünger und Pestizide verboten, so dass sich Sekundärstoffe bilden.
Sind alle Vitamine wärmeempfindlich? Nicht alle, einige werden zwar zerstört, andere aber erst dann verwertbar gemacht, z.B. Beta-Carotin, Vitamin E bei Brokolli. Bei Paprika wird das Gehalt an Vitamin E durch das Kochen nicht höher, aber auch nicht niedriger.
Wozu führt Extradosen von Bera-Carotin bei Rauchern? Bei Rauchern wird dadurch gesteigertes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Lungenkrebs gefördert. Deshalb Achtung!
Oktober 30, 2011

Wassermelone für 12 €?

Letzte Woche Samstag kam ein Kunde mit Begleitung zu mir. Er schaute mich etwas verwundert und erbost an. 

Kunde „Ich war eben bei ihrem Kollegen, dem real-.“

„Von Kollegen würde ich nicht unbedingt sprechen..“ 😀

Kunde „Da haben wir eine Wassermelone kaufen wollen. Die hat tatsächlich 12 € kosten sollen. Ist das normal?“

„Je nach Größe ist das schon möglich. Wir führen zwar im Moment keine Wassermelonen, aber die Preise liegen außerhalb des Sommers zwischen 1,49 und 1,79 €/kg. Ist aber auch relativ viel, wenn man bedenkt, dass die Wassermelone zu 90% aus Wasser besteht. Die hat aber auch einen weiten Weg aus der Türkei und Spanien hinter sich gehabt.“

Die Blicke waren eindeutig – noch mehr Verwunderung. Die Kunden haben glaub ich eine andere Antwort von mir erwartet.

Kunde „Wir dachten, die Ware kostet pro Stück soviel.“

„Leider nicht. Die Wassermelone wird schon mal aktioniert zu Stückpreisen im Sommer angeboten. Allerdings besteht das Problem, dass Wassermelonen sich erheblich im Gewicht mal unterscheiden. Im Sommer wird die Wassermelone zwischen 0,39€/kg und 0,79€/kg angeboten. Da kostet so eine große Melone selten mehr als 3 €.“

Letztendlich hab ich dem Kunden als Alternative die Honig- und Galiamelone für 1,99€/Stück vorgeschlagen. Diese wiegt auch etwa 1kg und unterscheidet sich dementsprechend zwar nicht vom Grundpreis von unserer Konkurrenz (oder Kollegen 🙂 ), aber die Portion reicht für 2 Personen völlig aus.

Der Kunde war zufrieden und hat sich gefreut zu wissen, was da los war. Erstaunt war er trotzdem noch von den 12 € für so eine Melone. Na, so kann die Samstag Spätschicht gerne enden, wenn man noch wem helfen konnte. 🙂

Vor allem… wer braucht schon zu dieser Zeit in einem Zwei-Personen-Haushalt eine 6kg schwere Wassermelone? Deshalb bieten wir unsere Kunden geviertelte Wassermelonen an. Das hat erhebliche Vorteile für uns (Qualitätskontrolle von innen) und für den Kunden (Geschmackstest, Single-Haushalte, Schneiden nicht notwendig). Kunden kaufen ungern die „Katze im Sack“ – wer weiß schon, was in der Wassermelone drin steckt?