Posts tagged ‘Inventurdifferenzen Kasse’

August 8, 2014

Wie kann man Inventurdifferenzen vermeiden?

Ich habe meine Auszubildenden im Seminar gefragt, wie sie im Markt Inventurdifferenzen vermeiden können. Das ist Ihr Ergebnis:

Mitarbeiter

– Detektiv einstellen in den Abendstunden
– Kamera-Überwachungssystem
– Konsequenzen und Auswirkungen von MA-Diebstahl thematisieren
– Verkaufsausnahmen regelmäßig überprüfen (Leergut, Storno, Warenrücknahme, …)

Kasse
– Komplette Ware aufs Band
– Zeitschriften hochheben
– Keine Verwandte/Freunde abkassieren
– Richtige PLU-Nummern kontrollieren/sperren
– Testkäufe (intern und extern)
– Kassenzone genau beobachten (Kleinteile)

Organisation
– Bessere Einarbeitung, Schulung!
– „Verkostungen“ vorher abschreiben
– ALLES abschreiben (richtig wiegen, zählen)
– Wareneingangskontrolle durchführen
– Personaleinkauf direkt bezahlen + Unterschrift + Kassenbon
– Achtsamer Umgang mit Ware
– Optimale Bestellmenge
– Auf Taschen und Rucksäcke besonders achten
– Stichprobenkontrollen
– Wertvolle Waren in Vitrine (Spirituosen, Technik, Rasierklingen) oder nur ein Artikel in Verkaufsregel

Lieferanten
– Fahrer nie alleine lassen

 

April 12, 2011

Fehlartikel im Gebindebereich

Die täglichen Bestandslückenkontrollen ergaben vor allem fehlende Bestände im Getränke-Einweg-Bereich, noch genauer bei Artikeln mit 6er Trägern.

Was ist die Ursache?

„Werden die Abverkäufe von 6er-Trägern an der Kasse nicht richtig auf den Einzelbestand übertragen?“, dachten wir erst. Kurzer Test ergab, dass das nicht der Fehler ist. „Werden Wareneingänge als ‚geliefert‘ gekennzeichnet, obwohl diese gefehlt haben?“. Das könnte auch die Bestandslücken erklären. Das ist zumindest nicht die Hauptursache, denn die Bestandsdifferenzen waren weitaus größer.

Es gab nur noch eine plausible Erklärung, die ich dann durch Blick auf den Kassendisplay bestätigt bekommen habe. Der Kassierer hat beim Scanningvorgang nur die Einzelflasche statt dem 6er-Träger erfasst. Dabei hat er nicht in den Display geschaut und seinen Fehler nicht korrigiert durch Zubuchen von 5 weiteren Einzelflaschen. Im Einweg-Gebindebereich hat die Einzelflasche den gleichen Grundpreis wie das Sixpack, so dass es keinen Unterschied gemacht hätte.

Dieser Fehler tritt verstärkt auf bei 6er-Trägern mit „durchsichtigen“ Trägern, so dass die Einzelflasche scannbar ist. Weiterhin tritt der Fehler auch bei Artikeln auf, bei der der 6er-Strichcode am Tragegriff angebracht ist. Dort wird auch verstärkt nur die Einzelflasche abgehalten. Bei uns sind vor allem Fehlbestände bei folgenden Artikeln: „ja!“-0,5lFlaschen Wasser (Classic, Still), „ja!“-Apfelschorle, Iso-Sport-Drink, ACE-Drink von Christinen. Bei 6er-Trägern mit undurchsichtlichen farbigen Trägern treten deutlich weniger Fehlbestände auf. Meistens sind die Einzelflaschen sogar gedreht, dass es gar nicht ohne Weiteres möglich ist, dass diese erfasst werden kann.

Was kann man machen?

  1. Schulen Sie Ihre Mitarbeiter und weisen Sie diese auf die Fehlartikel und die Bedeutung für das Unternehmen hin. Jeder fehlende 6er-Träger sind im Durchschnitt 3€ Verlust für das Unternehmen. Das sind bei 5x am Tag 15€ und im Jahr über 4000€ nur im Getränke-Einweg-Bereich, die einfach so „verschwinden“. Diese Variante ist nur sinnvoll für Mitarbeiter, denen der Fehler nicht bewusst war und die sich mit dem Unternehmen und ihrem Arbeitsplatz identifzieren. Gerade diesen Mitarbeitern wird der Fehler aber eher weniger unbewusst passieren.
  2. Für die 6er-Gebinde ist neben der EAN (Europäische Artikel Nummer) und der NAN (Nationale Artikel Nummer) eine weitere PLU im ZAM angelegt. Diese ist 5stellig. Fertigen Sie eine alphabetische Auflistung der 6er-Träger mit der jeweiligen PLU an. Unterweisen Sie die Kassierer nur die PLU für die 6er-Träger zu nutzen. Das wird erstmal zeitaufwendiger sein. Das kann aber je nach Kassierer sinnvoller sein als die erste Variante, da es nun mal Mitarbeiter gibt, die sich für die negativen Auswirkungen des Unternehmens nicht interessieren und es auch nicht verstehen (wollen). Im ZAM können Sie über die „Abverkäufe“ beobachten, ob die PLU genutzt wird. Diese Methode eignet sich vor allem bei sehr starken Fehlbeständen.
  3. Kontrollieren sie anfällige Fehlartikel. Gibt es alternative Produkte mit anderem Trägerlayout, die dem Scanning der Einzelflasche vorbeugen

Kontrollieren Sie weiterhin, ob Großgebinde komplett erfasst werden. Dazu zählen H-Milch-Trays und Kistenware. Der Kunde legt meistens eine Flasche/Packung bereit und hat den Tray/Kiste auf der Ablagefläche. Wenn Kassierer nicht in den Spiegel schauen, wandern 5-15€ ohne Erfassung an der Kasse vorbei. Die meisten Kunden weisen den Kassierer auf die Kiste/Tray hin, aber nun mal nicht alle; ob bewusst oder unbewusst sei mal dahingestellt.

Wenn alles nichts bringt?

Der Kassierer hat die Aufgabe alle Waren ordnungsgemäß zu kassieren. Wenn der Kassierer nicht fahrlässig war und es mal passiert ist, ist das noch im Rahmen. Hat der Kassierer allerdings eine Pflichtverletzung zu vertreten und handelt fahrlässig, in dem er immer wiederholend ganze Gebinde (6, 10 und mehr) als Einzelgebinde erfasst und das nicht bemerkt trotz der Möglichkeiten via Kassendisplay und Kassenbon, muss man sich vom Mitarbeiter trennen.