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Januar 19, 2011

Das 1×1 der Weinberatung für Wenig-Trinker

Bei uns im Markt finden wir zahlreiche Kundentypen. Das Spektrum reicht von Kunden, die selten und gar nicht Wein trinken bis zu regelmäßigen Weintrinkern. Diese Typen haben je nach Wissensstand unterschiedliches Bedürfnis auf den Umfang Ihrer Beratung.

Ich möchte im Folgenden auf die Kunden eingehen, die selten Wein trinken und sich mit diesem Themengebiet nicht auskennen. Dieser Kundentyp ist auf Ihre Beratung angewiesen.

Um den Bedarf des Kunden zu ermitteln, eignet sich folgende Einstiegsfrage gut. „Für welchen Zweck ist der Wein?“.

Soll es ein Geschenk für jemand anderes sein, ist der Kunde weniger an einem längerem Gespräch interessiert. Der Kundentyp möchte i.d.R. schnell einen „guten“ Wein und hat dabei eine Preisvorstellung. Idealerweise kennt der Kunde die Vorlieben des Beschenkten.

Soll es für den Kunden selber sein, ist er an einer intensiveren Beratung interessiert. Er möchte Alternativen, Vorzüge, Verbrauchertipps gerne von Ihnen erfahren.

Rotweine und Weißweine unterscheiden sich in der Gärungsart. Rotweine entstehen mit roten Trauben durch Maische-Gärung (-> tanninreich -> adstringierend). Weißweine entstehen mit weißen Trauben durch Most-Gärung. Der Roséwein entsteht durch Mostgärung mit roten Trauben und der Rotling stellt ein Gemisch von roten und weißen Trauben dar.

Weine lassen sich mittels drei Kriterien beurteilen: Farbe, Bukett (Geruch) und Geschmack. Das letztere wird ausschlaggend für den Kundentyp „Wenig-Trinker“ sein. Der Geschmack lässt sich definieren durch:

  • Restsüße: trocken < halbtrocken < lieblich
    • „Bevorzugen Sie Süße?“
  • Körper: leicht < mundig < vollmundig < wuchtig
    • „Wie intensiv soll der Wein schmecken?“
  • Säure: mild < feinrassig < rassig/nervig < kernig
    • „Soll der Wein prickeln?“

Jede Rebe (Traube) besitzt durch die individuellen klimatischen Verhältnisse unterschiedliche „Eigenschaften“. Deshalb soll an dieser Stelle diese Rebenkunde vernachlässigt werden. Wer sich für die einzelnen Rebsorten interessiert, kann sich z.B. hier informieren: http://www.delinat.com/rebsorten.html

Grundsätzlich wichtige Rebsorten sind bei Weißweinen: Riesling (säurereich -> prickelt auf der Zunge), Silvaner und Müller-Thurgau (milde Säure), Chardonnay . Bekannte Rebsorten für Rotweine sind Trollinger (frisch, fein-rassig, feinfruchtig), Blauer Spätburgunder (vollmundig-samtig), Blauer Portugieser (süffig). Hervorzuheben sind die bedeutsamen Dornfelder Weine, die sich trotz des Vorurteiles einfache Rotweine zu sein, sich durch ein harmonisches Geschmacksverhältnis auszeichnen. Bekannte rote Rebsorten sind Cabernet (für frz. Bordeaux-Weine, kräftig, rassig) und Merlot (weniger adstringirend, fruchtig).

Der Blick auf unser Wein-Etikett hilft stets weiter. Zur Erklärung der Begrifflichkeiten ist ein Glossar mit den wichtigen Begriffen beigelegt.

Soll der Wein zum Essen serviert werden, sollte man nicht zu viel interpretieren. Der eine sagt das, der andere sagt das. Jeder hat in der Hinsicht seine Vorlieben bei der Kombination. Allerdings verändert sich der Geschmack des Weines mit dem Essen und zwar nicht immer anders, sondern tendenziell gleich. Es wird empfohlen zu süßen Speisen süße Weine zu trinken. Wieso kein trockener Wein? Probieren Sie es mal aus. Wenn Sie die Süßspeise genießen und dann den Wein zu sich nehmen, wird dieser Ihnen übermäßig sauer vorkommen, aber wem es schmeckt… Auf http://www.rewe.de/index.php?id=weinwelt-speisen-und-wein finden Sie weitere Vorschläge.

Kunden, die häufiger Wein trinken, haben Ihren „Lieblings“-Wein. Die Kunden haben meist ein Basiswissen. Lassen Sie sich den Lieblingswein zeigen, gehen Sie ein Gespräch ein und heben Sie die Vorzüge mittels Suggestivfragen nochmal hervor. Stellen Sie Ihr Sortiment dar und bieten Sie Alternativen an.

Kunden, die regelmäßig Wein trinken und sich damit auskennen, werden Sie bei uns im Markt i.d.R. nicht vorfinden, sondern in Weinfachgeschäften. Der Kunde interessiert sich für Farbe, Geschmack und Bukett des Weines. Falls sich solch ein Kunde bei uns verirrt, können wir etwas vom Kunden lernen.

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